Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 29.08.2019


Forum Alpbach

„Jeder zweite Job hängt von Exporten ab“

Ein Plädoyer für Freihandel mit fairen Spielregeln kam von Experten beim Forum Alpbach.

"Noch sind die erzielten Wohlstandsgewinne aus dem Freihandel leider ungleich verteilt." - Helmut Bernkopf (Vorstand Kontrollbank)

© Sailer"Noch sind die erzielten Wohlstandsgewinne aus dem Freihandel leider ungleich verteilt." - Helmut Bernkopf (Vorstand Kontrollbank)



Alpbach – Protektionismus, Wettlauf um Strafzölle und heftige Diskussionen über Handelsabkommen dominieren immer wieder die Schlagzeilen: Für die Weltwirtschaft und ganz besonders für kleinere Länder wie Österreich sei möglichst freizügiger Außenhandel enorm wichtig, sagt Kontrollbank-Vorstand Helmut Bernkopf. Jeder zweite Arbeitsplatz und damit der Wohlstand im Land hänge vom Export ab. Jedes Prozent Exportwachstum bringe Tausende Jobs, durch freie Handelsgrenzen steige die Auswahl an Produkten und würden Preise sinken, so Bernkopf. Durch den Technologietransfer würden auch Entwicklungsländer massiv profitieren. Bei Handelskonflikten (jüngst etwa durch die Vorstöße von US-Präsident Donald Trump oder den bevorstehenden Brexit) gebe es hingegen nur Verlierer.

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Im Außenhandel dürfe man aber keinesfalls nur auf die wirtschaftlichen Aspekte schauen. Es gehe auch um die Bedingungen und Folgen für Umwelt und den Sozialbereich, so Bernkopf. Es gehe in Zukunft mit Blick auf den Klimawandel um Vereinbarungen über ressourcenschonendere Produktionen und Transporte.

Für Franz Fischler, den Präsidenten des Europäischen Forums Alpbach, brauche Freihandel „faire Regeln, damit dieser positive Auswirkungen auf die Wirtschaftsbeteiligten entfalten kann. In einem zunehmend globalen und technologisch hoch vernetzten Wirtschaftsgefüge sei eine ambitionierte Handelspolitik notwendiger denn je.

Die Kontrollbank (hat derzeit auch dank Staatshaftung ein Obligo an Finanzierungen und Haftungen von etwa 28 Mrd. Euro) prüfe ihre Geschäfte strikt auf die Folgen auf die Umwelt und Soziales. Mit der neuen „Exportinvest Green“-Finanzierung erhalten Exporteure eine um bis zu 20 Prozent erhöhte günstige Finanzierung für Projekte, die einen Beitrag zur Umweltverbesserung leisten. Schon bisher habe man auch Projekte im Tourismus („Das ist auch Export“) finanziert, mit der Übernahme von fast 69 Prozent an der ÖHT (Österreichische Hotel- und Tourismusbank) biete man hier nun alles aus einer Hand. (va)




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