Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 30.08.2019


Wirtschaftspolitik

CO2-Emissionen: OMV-Chef will kein „Buhmann“ sein

Fossile Treibstoffe stehen in der Klimadebatte in der Kritik.

© ReutersFossile Treibstoffe stehen in der Klimadebatte in der Kritik.



Auf die Steuerprivilegien des Flugverkehrs weist der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hin. So sei dieser durch die Steuerbefreiung von Kerosin allein in Österreich im 1. Halbjahr mit rund 270 Millionen Euro begünstigt gewesen. Seit dem Jahr 2010 summiere sich die indirekte Förderung durch die fehlende Kerosinsteuer auf bereits rund vier Milliarden Euro. Während Pkw und Busse Mineralölsteuer und die Bahnen Energiesteuer zahlen, müssen Flugkonzerne für den Flugtreibstoff Kerosin keinen Cent Mineralölsteuer zahlen, betont der VCÖ.

Dazu komme noch die Mehrwertsteuerbefreiung der Flugtickets. Laut einer von der EU-Kommission beauftragten Studie fördere diese den Flugverkehr in der EU mit rund 40 Milliarden Euro pro Jahr. Der VCÖ fordert die rasche Einführung einer Kerosinsteuer auf EU-Ebene. Zudem soll die Mehrwertsteuerbefreiung von Flugtickets abgeschafft werden.

OMV-Chef Rainer Seele betonte am Rande des Forums Alpbach, man dürfe die Klimawandeldebatte nicht auf einzelne Unternehmen herunterbrechen. Der Konzern — der nicht „Buhmann der Nation" sein wolle — leiste seinen Beitrag und wollen den CO2-Ausstoß bis 2020 um ein Fünftel senken. Seele nahm die Gesellschaft in die Verantwortung: „Ich stelle zwar das Benzin her, aber die CO2-Emissionen, die macht ihr."

Laut Seele stammen weltweit die meisten Emissionen aus der Stromerzeugung. Und die Wirtschaft brauche unbedingt Anreize, um ihren Beitrag leisten zu können, meinte der OMV-Boss. (TT, APA)