Letztes Update am Mi, 11.09.2019 16:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Agrarwirtschaft

Einkommen in der Landwirtschaft 2018 deutlich gesunken

Hauptursache des Einkommensrückgangs ist laut Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek der Klimawandel und die damit verbundene extreme Trockenheit in vielen Regionen.

Mais auf einem von Trockenheit und Dürre betroffenen Feld in Traismauer in Niederösterrech. (Symbolfoto)

© APAMais auf einem von Trockenheit und Dürre betroffenen Feld in Traismauer in Niederösterrech. (Symbolfoto)



Wien – Nach zwei Jahren positiver Entwicklung sind die Agrareinkommen 2018 empfindlich zurückgegangen, wie der aktuelle „Grüne Bericht“ des Umweltministeriums zeigt. Die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft (Erträge minus Ausgaben) sanken demnach um zehn Prozent auf durchschnittlich 28.035 Euro pro Betrieb. 2017 und 2016 waren die Einkommen noch um jeweils 14 Prozent gestiegen.

„Hauptursache des Einkommensrückgangs ist der Klimawandel und die damit verbundene extreme Trockenheit in vielen Regionen“, erklärte Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek am Mittwoch die Entwicklung im abgelaufenen Jahr. Für hitze- und trockenheitsbedingte Mindererträge im Acker- und Futterbau erhielten die Betriebe vom Bund und von den Ländern Direkthilfen und Zinsenzuschüsse in Höhe von insgesamt rund 22 Millionen Euro. Auch für den Forst sei „ein umfangreiches Maßnahmenpaket“ geschnürt worden, um die Einkommensverluste abzufedern, so Patek in einer Aussendung.

Flächendeckend Bewirtschaftung ohne Zuschüsse nicht möglich

Weiters machten den Agrariern gestiegene Produktionskosten und preisbedingte Einbußen aufgrund niedriger Erzeugerpreise im abgelaufenen Jahr zu schaffen. Höhere Futtermittelpreise und niedrigere Schweinepreise hätten vor allem bei Veredelungsbetrieben einen starken Einkommensrückgang ausgelöst.

Bei den Bergbauern verringerten sich die Einkommen um acht Prozent, bei den Nichtbergbauernbetrieben um elf Prozent. Einkommensstabilisierend wirkten den Angaben zufolge Maßnahmen der Ländlichen Entwicklung, vor allem das Agrarumweltprogramm (ÖPUL) und die Ausgleichszahlungen.

Die Aufrechterhaltung einer weitgehend flächendeckenden Bewirtschaftung sei ohne Unterstützung durch öffentliche Zahlungen nicht zu schaffen, so das Ministerium. 2018 hätten diese im Schnitt 16 Prozent vom Ertrag ausgemacht; bezogen auf die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft habe der Anteil 68 Prozent betragen. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU sei „ein wichtiges Sicherheitsnetz der österreichischen Landwirtschaft“. (APA)