Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.10.2019


Bezirk Imst

Wenns bemüht sich redlich um seinen Dorfkern

Dem Wirtshaussterben in Österreich zum Trotz hat Wenns nicht nur das Dorfgasthaus, sondern auch den Platz davor aufgewertet.

Zwischen dem historischen Richterhaus von Georg Matthäus Vischer (l.) und dem Gasthof Post (r.) öffnet sich der einladende Gastgarten mitsamt dem renovierten Dorfbrunnen.

© MuiggZwischen dem historischen Richterhaus von Georg Matthäus Vischer (l.) und dem Gasthof Post (r.) öffnet sich der einladende Gastgarten mitsamt dem renovierten Dorfbrunnen.



Von Thomas Parth

Wenns – Im Pitztal kommt das regionalwirtschaftliche Programm (RWP), welches zur Strukturförderung durch das Land Tirol dient, aktuell voll in Fahrt. Ein gutes Beispiel dafür, wie mehrere Fördergeber unter einen Hut gebracht werden können, findet sich in Wenns. Der Gasthof Post, gegenüber vom historischen Richterhaus, stand noch bis vor wenigen Jahren leer und konnte erst im April 2017 wiedereröffnet werden. Eine Renovierung des Gasthauses allein war sowohl den neuen Besitzern, der Familie Köhler, als auch der Gemeinde zu wenig. „Wir wollten dem Brunnen vor dem Haus mehr Gewicht geben und auch den ehemaligen Postgarten aufwerten“, erinnert sich BM Walter Schöpf.

„Es geht in erster Linie um die Neugestaltung des Wenner Dorfkerns. Wir können dabei auf die Studie ,Wenns wird‘ von Daniel Nikolaus Kocher zurückgreifen, die sich als Diskussionsgrundlage versteht und das Wenner Unterdorf mit seinem historischen Kern neu denkt“, zeigt BM Schöpf auf.

Gemeinsam mit dem Regionalentwicklungsverein (Regio Imst) unter GF Markus Mauracher wurden nun gleich mehrere Projekte in Angriff genommen und bis zur Förderwürdigkeit entwickelt. Das erste sichtbare Ergebnis ist der geöffnete Gastgarten des Gasthofs Post. „Mit dem RWP will man erreichen, dass – wie hier zwei – neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Die Platzgestaltung konnte mit zehn Prozent gefördert werden. Parallel dazu hat die Gemeinde einen Antrag an die Dorferneuerung gestellt, um den Dorfbrunnen mit 30 Prozent plus weiteren 15 Prozent aus dem RWP zu unterstützen“, zeigt GF Mauracher auf. Das dritte Projekt steht ebenfalls bereits in den Startlöchern, wenn sich Wenns als Krippendorf durch die Anschaffung einer Freikrippe in Szene setzt. „Eines der ersten Regio-Projekte dieser Förderperiode war der Wenner Adventmarkt, wo man den Ankauf der Markt-Standln unterstützen konnte“, weiß Mauracher.

Und dass der neue Platz speziell von Einheimischen gut angenommen wird, bestätigt sich durch das bereits dritte Oktoberfest des Gasthofs Post, bei dem sich etliche Gemeindebürger einfinden. „Wir sind einfach froh, wieder ein Dorfgasthaus zu haben“, gesteht BM Walter Schöpf gerne. Demnächst startet in Wenns ein Bürgerbeteiligungsprozess zur Dorfgestaltung.

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