Letztes Update am Mo, 28.10.2019 14:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mobilität

Gas-Fachverband: „Gasautos mit E-Autos steuerlich gleichstellen“

Der Fachverband Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen fordert mehr politische Unterstützung für gasbetriebene Fahrzeuge.

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Wien – Das Potential von Erdgas-betriebenen Fahrzeugen werden ohne politische Unterstützung weitgehend ungenützt bleiben, beklagt Gas-Fachverbandschef Michael Mock. Im Gespräch mit der APA forderte Mock eine steuerliche Gleichstellung von Gasautos mit Elektrofahrzeugen.

Mit CNG (Compressed Natural Gas, komprimiertes Erdgas) könnte man den CO2-Ausstoß von Autos auf einen Schlag um 30 Prozent reduzieren, argumentiert Mock. Wenn man die Tankstellen dann noch mit erneuerbarem Gas beliefere, dann habe man bilanziell ein Fahrzeug ohne CO2-Emissionen. Für den Fachverbandschef wären grüne Nummerntafeln für Gasautos durchaus gerechtfertigt. Auch steuerliche Anreize wie etwa eine Befreiung von der NoVA (Normverbrauchsabgabe) oder von der Besteuerung des Sachbezugs bei der privaten Nutzung von Firmenautos durch Mitarbeiter würden den Erdgasautos Auftrieb geben. Das sei der wahre Anreiz, warum so viele Elektroautos gekauft würden.

„Man muss weggehen von der reinen Betrachtung der Emissionen am Fahrzeug“, sagte Peter Jurik, Mobilitätsexperte im Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen, FGW). „Wenn ich im Winter mit einem Stromauto fahre, dann tanke ich auch den Strom, der gerade im Netz ist, und wir wissen alle, wo der herkommt. Trotzdem wird es als Nullemissionsfahrzeug geführt.“

Schattendasein

In Europa fristen mit Erdgas betriebene Fahrzeuge immer noch ein Schattendasein. Insgesamt seien knapp über zwei Millionen Stück auf den Straßen unterwegs sind, die Hälfte davon allein in Italien. In Österreich sind laut des Verbandes NGV Global (Natural Gas Vehicles) rund 11.500 Gasautos unterwegs. Weltweit sind es nach Angaben von NGV 27,8 Millionen Fahrzeuge, also deutlich mehr als Elektroautos, von denen es weniger als sechs Millionen gibt.

Aus Konsumentensicht seien Gasautos nicht nur vom Umweltaspekt her überlegenswert, sondern auch was die Kosten betrifft. Bei den aktuellen Treibstoffpreisen komme ein Auto der VW-Golf-Klasse mit 130 PS mit Erdgas im Wert von 10 Euro 235 km weit, mit Diesel 186 km und mit Benzin 154 km, rechnete Jurik vor. Das kann sich nach Berechnungen des deutschen Autofahrerclubs ADAC trotz der höheren Anschaffungspreise für Gasautos je nach Automodell schon bei Fahrleistungen ab 10.000 km pro Jahr rechnen. Allerdings sei die Auswahl an Erdgasautos noch sehr gering - führend seien hier der VW-Konzern und Fiat.

Auch Sicherheit „kein Problem“

Und auch das Netz an Gastankstellen sei mit 5100 gut ausgebaut, auch wenn es da und dort noch Lücken gebe, so Mock. Allerdings hätte die meisten Gasautos ohnehin auch einen Benzintank, „dass man da irgendwo stehenbleibt, kann ich mir nicht vorstellen“. Der VW Passat etwa habe in seiner Gasvariante eine Gesamtreichweite von 800 bis 900 Kilometern, davon etwa 450 km mit Erdgas.

Aus Konsumentensicht seien Gasautos nicht nur vom Umweltaspekt her überlegenswert, sondern auch was die Kosten betrifft. Bei den aktuellen Treibstoffpreisen komme ein Auto der VW-Golf-Klasse mit 130 PS mit Erdgas im Wert von 10 Euro 235 km weit, mit Diesel 186 km und mit Benzin 154 km, rechnete Jurik vor. Das kann sich nach Berechnungen des deutschen Autofahrerclubs ADAC trotz der höheren Anschaffungspreise für Gasautos je nach Automodell schon bei Fahrleistungen ab 10.000 km pro Jahr rechnen. Allerdings sei die Auswahl an Erdgasautos noch sehr gering – führend seien hier der VW-Konzern und Fiat.

Und auch um die Sicherheit von Erdgasautos müsse man sich keine Sorgen machen. Denn bei Unfällen könne ein Gastank – wie häufig befürchtet nicht explodieren. „Bei einem Unfall machen magnetische Ventile die Gaszufuhr zu. Und wenn das Fahrzeug brennt, dann wird über diese Schmelzventile ab einer gewissen Temperatur das Gas gegen den Boden abgeführt und dort kontrolliert verbrannt. (APA)

Hinweis

Der Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW) ist die gesetzliche Interessenvertretung der österreichischen Gas- und Wärmewirtschaft im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).